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InaiMathi Blog

Gedanken zu NBA 2K15

NBA 2K15Seit vergangener Woche rotiert die „NBA 2K15“-Spieledisc nun bereits im Laufwerk meiner PlayStation 4 fröhlich vor sich hin und meine mit viel Herzblut angefertigte Review nimmt langsam aber sicher klare Strukturen und Formen an. Ursprünglich hatte ich gedacht, dass es mir verhältnismäßig leicht fallen würde, zum Nachfolger eines Games, das mir in den vergangenen gut und gerne neun Monaten eine ganze Menge Spaß bereitet hat, das lange Zeit einer der wenigen guten Gründe war, weshalb ich meine PS4 überhaupt eingeschaltet habe, einen objektiven Test zu schreiben. – Denkste, weit gefehlt!

Ohne meiner in den kommenden Tagen folgenden Review zuviel vorwegnehmen zu wollen: 2K Sports‘ „NBA 2K15“ ist ein großartiges Spiel, und in meinen Augen die gelungenste, da realistischste Basketball-Simulation ever. Allerdings hat der Titel mit allerlei großen und kleinen Bugs sowie mannigfaltigen spielerischen wie technischen Ungereimtheiten und Mängeln zu kämpfen, die es mir äußerst schwer machen, mich auf eine finale Wertung festzulegen. Als da wären die trotz aufgestockter Hardware nach wie vor vorhandene Server-Probleme, die ausgiebige MyPark-Sessions – und somit auch einen fundierten Test eben dieser – zeitweise unmöglich machen, fehlende, bzw. unmittelbar nach der Installation des Day-1-Patches spurlos verschwundene Gameplay-Elemente (u.a. abstinente Statistik-Einblendungen während eines MyCareer-Spiels, kein PotG, fehlende Highlight-Videos), sowie die knallharte Erkenntnis, dass es einiges von dem, was während der Entwicklungsphase von 2K kommuniziert wurde, es schlicht und ergreifend nicht ins fertige Spiel geschafft hat.

Auch, dass 2K Sports nach wie vor dem ach so trendigen, weil lukrativen Pay2Win-Model den Schwanz lutscht, sprich: dass das gezielte Aufleveln des MyPlayers durch den Kauf von Virtual Currency (VC) im PlayStation Store möglich ist – 200.000 VC gehen dort für nicht gerade günstige 50 Euro über die virtuelle Ladentheke -, hat mich einigermaßen geschockt. Schon wenige Stunden nach Release liefen mir in Old Town nämlich einige 90er über den Weg, was witzig ist, immerhin hatte es von Entwicklerseite stets geheißen, dass es wohl bis zu sieben Monate oder vielleicht sogar noch länger dauern wird, bis man auf in jederlei Hinsicht komplett gemaxte MyPlayer treffen wird. Ja ne, is‘ klar…

Der mit Abstand größte Schocker ist jedoch der Umstand, dass 2K es scheinbar einfach nicht lassen kann, den MyCareer-Mode zu skripten. Mit skripten meine ich die gezielte Herbeiführung von Spielausgängen, so dass sie möglichst gut zu den Cutscenes passen. Da geht das eine Spiel verloren, um mich darauf aufmerksam zu machen, dass ich doch bitte meiner Wurftechnik arbeiten soll. Ein anderes haben mein Team, die Utah Jazz, und ich verloren, damit mir anschließend in einer Cutscene von meinem Mentor Trey Burke mitgeteilt werden konnte, dass wir als Team gewinnen und verlieren, und wir grundsätzlich füreinander einstehen sollen. Toll! In der einen Partie will einfach fast alles gelingen, mein Team spielt großartig zusammen und mein Point Guard Ian Mathi (sic!) schlägt sich für einen Rookie zumindest wacker. Im darauffolgenden scheinen einige nach dem dritten Quarter vergessen zu haben, wie man Basketball spielt, während das gegnerische Team aus einer Ansammlung von Superstars zu bestehen scheint, – was bei den Minnesota Timberwolves, die uns gestern einen heftigen Blowout beschert haben, definitiv nicht der Fall ist. ;) Da gelingen selbst die einfachsten Lay-Ups nicht mehr, Dreier gehen konsequent daneben und man merkt einfach, dass es nicht vorgesehen ist, dass wir als Sieger vom Platz gehen. Diese Art der gezielten Manipulation von Spielergebnissen zieht sich durch den gesamten Karrieremodus von „NBA 2K15“! Ich bin der Meinung, in einem Sportspiel gehört sich so etwas nicht. Ich will gewinnen, weil mein Team und ich den f*ckin‘ Sieg verdient haben, und ich will verdammt nochmal als Verlierer vom Platz gehen, wenn wir schlicht und ergreifend unserem Gegner unterlegen waren – und auch nur dann!

Auf der anderen Seite ist „NBA 2K15“ eine sehr gute Basketball-Simulation – die beste, die mir je untergekommen ist -, in der man freilich ohne Ende Zeit totschlagen kann. Sei es nun im Karrieremodus, beim Sammeln und Zusammenstellen des eigenen MyTeams, online beim chilligen Street Ball im MyPark, gegen VC on The Stage oder im knallharten Duell Mann gegen Mann auf dem luftigen Sprite Blacktop. Ich mag dieses Spiel. Wirklich. Wenn alles funktioniert wie es soll und ich von meinen Teammitgliedern nicht hängen gelassen werde, ist der Titel sehr, sehr großartig und das Gameplay irre befriedigend. Aber auch nur dann! Leider sind diese großartigen, befriedigenden Momente bislang äußerst selten gewesen.

Die Frage ist, wie bewerte ich ein gefühlt unfertiges, da grandios bug-verseuchtes Game, das grundsätzlich eine Menge Potenzial hat, dieses jedoch nur viel zu selten abruft, weshalb beflügelnder Spielspaß nicht selten mal in puren Frust umschlägt? Bezeichnend finde ich übrigens all die Reviews in Videospiel-Magazinen und auf Websites, bei deren Lektüre ich auf quasi keinen der von mir genannten Kritikpunkte (und das sind weiß Gott nicht alle!) gestoßen bin. Haben die ein anderes Spiel getestet?!

Apropos testen: Obwohl mir vom Publisher Take Two Interactive vor Release freundlicherweise ein Testmuster von „NBA 2K15“ zur Verfügung gestellt wurde, habe ich es mir letzten Endes nicht nehmen lassen, mir das Game am Erstverkaufstag im Laden zu besorgen. So sehr Fanboy bin ich dann doch.

— InaiMathi, am 17. Oktober 2014
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