IM     Twitter     Instagram     Reddit     YouTube     Twitch

InaiMathi Blog

Forza Horizon (Demo)

Forza Horizon (Demo) - © Microsoft Studios

Am 26. Oktober 2012 erscheint mit „Forza Horizon“ das wohl am sehnlichsten erwartete Rennspiel des Jahres auf der Xbox 360. Wer sich bis dahin nicht gedulden kann oder will und stattdessen schon einmal vorab einen Blick auf das Action-Rennspiel mit knallharten Simulations-Unterbau werfen möchte, hat seit vergangenem Montag die Chance dazu. Die beiden Entwickler Turn 10 Studios und Playground Games haben eine ansehnliche Demoversion zu ihrem rasanten Baby veröffentlicht, die neben drei unterschiedlichen Strecken auch gleich einen aus mehreren heißen Schlitten bestehenden Fuhrpark bereit hält, der in der riesigen offenen Spielwelt, oder zumindest innerhalb des in der Demo freigeschalteten Areals, ausgiebig ausgefahren werden wollen.

Ich, als eingefleischter „Forza Motorsport“-Fanboy der ersten Stunde, habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, die rund 1,7GB große Demo zu „Forza Horizon“ via Xbox LIVE zu laden und mich hinter das Lenkrad der knallig gelben Dodge Viper zu schwingen. Meine während dem Zocken gewonnen Eindrücke lasse ich in diese Review hier einfließen. In diesem Sinne: 3 – 2 – 1 – Go!

Forza Horizon (Demo)
Action Rennspiel / Simulation
Turn 10 / Playground Games / Microsoft Studios
www.ForzaMotorsport.net

Gametrailer

Beschreibung
„Die Kombination aus der authentischen Forza Atmosphäre und den Freiheiten einer offenen Spielwelt macht Forza Horizon zu einem intensiven Rennspielabenteuer. Mit seinen weitläufigen Landschaften, waghalsigen Fahrmanövern, einem treibenden Soundtrack und umfangreichen Tuningmöglichkeiten bietet Forza Horizon‘ eine völlig neue Spielerfahrung, ohne dabei den Realismus, die Abwechslung und die Innovationen, welche die Forza-Serie seit jeher auszeichnen, aus den Augen zu verlieren.“ – Quelle

Kritik
Die Demo zu „Forza Horizon“ beginnt mit jenem cineastischen Intro, welches auch jeder Käufer gleich zu Spielbeginn zu Gesicht bekommen wird. Man wird höchst stylisch auf das namensgebende Horizon-Festival eingestimmt, eine lässige Veranstaltung, auf der Geschwindigkeit, Tuning und Musik im Mittelpunkt stehen und die allgegenwärtige Car Culture unserer Zeit gefeiert wird. Der Spieler ist mit seiner Karosse Teil eben dieser Community von Autonarren und nimmt an immer weiteren Events teil, in denen es neben Ruhm und Ehre auch um so manchen fetten Gewinn in Form eines neuen fahrbaren Untersatzes geht, welcher anschließend liebevoll gehegt und gepflegt und aufgebohrt werden kann – genügend Credits vorausgesetzt.

In der Demoversion ist von all dem natürlich nix zu sehen. Nach einer kurzen aber intensiven Einführungsfahrt gegen einen Kontrahenten, das man mit einer pfeilschnellen Dodge Viper 2013S absolviert, geht es auch schon los mit dem ersten vom Festival-Komitee organisierten Rennen. Ein knallhartes Offroad-Rennen über die staubigen Gebirgsstraßen Colorados in einem Mitsubishi Lancer, um genau zu sein. Richtige Rallye-Rennen wird es auch in Horizon nicht geben. Oder zumindest nicht gleich vom Release an, denn ein entsprechendes Rallye-DLC für „Forza Horizon“ wurde gestern bereits in Aussicht gestellt. Mit einem angepeilten Veröffentlichtungstermin pünktlich zu Weihnachten!
Das alles fährt sich, wie man erwarten würde, komplett anders, als so ziemlich alles, was man bisher aus „Forza 4“ und den Vorgängern gewohnt war. Das liegt nicht mal so sehr an der Beschaffenheit des Untergrundes, sondern viel mehr daran, dass sich „Forza Horizon“ eher als Action-Rennspiel denn als knallharte, schraubengenaue Simulation versteht. Zumindest, wenn man die eingestellte Schwierigkeit bei den Werten belässt, die von den Entwicklern zu Beginn vorgegeben wurden. Stattet man hingegen dem entsprechenden Menüpunkt einen Besuch ab und stellt das Handling von „Normal“ auf „Simulation“ hoch, deaktiviert ABS und die Traktionskontrolle und regelt darüber hinaus auch noch die Toughness der Gegner ein wenig höher, beispielsweise auf „Schwer“ oder „Hardcore“, so bemerkt man, dass auch unter der Motorhaube von „Horizon“ eine knallharte Simulation werkelt! Und zwar mit exakt denselben Physikengine, die bereits in „Forza Motorsport 4“ so zu gefallen wusste!
Btw: Ich persönlich empfinde die von Turn 10 Studios und Playground Games gewählte Kommunikation hinsichtlich dieses Fakts als ziemlich unglücklich, – oder zumindest fragwürdig. Verschreckt man mit einem Arcade-Racer, als den viele „Forza Horizon“ leider ungerechtfertigterweiser ansehen, doch jene Die-Hard-Fans, die die Serie groß gemacht haben. Deshalb an dieser Stelle noch einmal der Hinweis: „Forza Horizon“ ist ausdrücklich kein Arcade-Rennspiel vom Schlage eines „Need For Speed: Most Wanted“ oder dem unsäglichen „Testdrive Unlimited 2“, wo sich die Wagen wie auf Schienen fahren, sondern nach wie vor ein anspruchsvoll zu beherrschendes Rennspiel mit Action-Einschlag, jedoch nach wie vor unverkennbar ausgeprägtem Simulations-Charakter. Nur dass dieses Mal auch jene Gamer bedient werden, die mit einer knallharten Simulation, wie „Forza 4“ eine war, nichts oder zumindest nicht allzu viel anfangen können. – Aber zurück zur Demo…

Das Fahrverhalten ist natürlich von Auto zu Auto unterschiedlich. Des weiteren kommt es logischerweise auf den befahrenen Untergrund an, wie sich die Karre jeweils verhält. Dennoch stellt man relativ zügig fest, dass die fahrbaren Untersätze in „Forza Horizon“ durch die Bank eines gemeinsam haben: Sie neigen zum Übersteuern, brechen also gerne mit dem Heck aus, und laden somit zum gepflegten Driften ein. Das mag zwar auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig sein, passt aber hervorragend zum Spielkonzept, schließlich belohnt dieses eine besonders halsbrecherische und vor allen Dingen spektakuläre Fahrweise. Doch dazu gleich mehr.
Alles in allem bereitet das entspannte Rumcruisen durch die riesige Spielwelt in „Forza Horizon“ jede Menge Fun. Es hat einfach etwas belohnendes an sich, wenn man in einem heiß umkämpften Rennen stylisch die Serpentinen einer verlassenen Bergstraße entlangdriftet, sich dabei mit der Karosserie auch mal an der Leitplanke anlehnen kann, ohne dass der Wagen gleich verzieht und das gesamte Rennen im gelaufen ist, parallel gleich mehrfach knapp einer Kollision mit dem ungleich langsameren Gegenverkehr entgeht, während man sich ein spannendes Duell mit seinem Erzrivalen liefert – und am Ende trotzdem als erster die Zielflagge sieht und massig Credits einstreicht. So großartig in Szene gesetzte Highspeed-Action wurde bisher eigentlich immer mit einem Arcade-Racer verbunden. Doch „Horizon“ beweist eindrucksvoll, dass Action und anspruchsvolle Fahrphysik mit Simulations-Charakter sehr wohl als homogenes Ganzes unter einen Hut gebracht werden können!

Nach Abschluss eines Rennens hagelt es wie schon in den Vorgängern haufenweise Credits. Die Anzahl hängt sowohl von der herausgefahrenen Platzierung im Rennen, als auch – wie zuvor erwähnt – von der an den Tag gelegten Fahrweise ab. Je spektakulärer man seinen Wagen über die Piste bewegt hat, desto höher fällt der Geldregen aus. Außerdem steigt man mit der Zeit im Fahrerlevel auf, was nicht nur weitere Festival-Events auf der Karte freischaltet, an denen teilgenommen werden kann, sondern zudem auch Zugriff auf weitere Tuning-teile gewährt. Ja, richtig gehört: Auch in „Forza Horizon“ gibt es die Möglichkeit, seine Karre zu aufzumotzen! Zwar wird darauf in der abgespekten Demo mit keinem Wort eingegangen, was ich ebenfalls ein wenig unglücklich finde, aber dennoch ist Tuning in „Forza Horizon“ definitiv möglich!
Allerdings gilt es einige (logische) Abstriche zu verkraften: Da die Rennen und Events in „Forza Horizon“ nicht mehr nur wie noch in den vier inoffiziellen Vorgängern auf kontinuierlichen Rennstrecken oder zumindest befestigten Straßen stattfinden, sondern zum größten Teil auf unbefestigtem Terrain wie den staubigen Landstraßen Colorados, würde das schraubengenaue Tuning aus den Vorgängern der „FM“-Serie keinen Sinn mehr machen. Es ist schlichtweg nicht möglich, einen Wagen auf ein Rennen einzustellen, welches auf mehreren unterschiedlichen, dazu noch rasch wechselnden Straßenbelägen stattfindet. Das ist ganz einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Mehr dazu an anderer Stelle hier im Blog.

Nach jedem absolvierten Event schaltet das Spiel auf eine Übersichtskarte von Colorado um, auf der neben den neuen freigeschalteten Rennen auch noch weitere interessante Punkte markiert werden. Zum Beispiel Radarfallen, bei denen man neue Geschwindigkeitsrekorde aufstellen kann und sogar dafür belohnt wird, je nachdem wie rasant man unterwegs war, oder auf Straßen- und Werbeschilder, die, wenn sie vom Spieler umgemäht werden, Rabatte im Upgrade-Shop auf dem Festivalgelände freischalten, was zwar nicht ansatzweise logisch ist, aber naja. Hat man sich entschieden, welches Event man als nächstes angehen will, markiert man dieses einfach auf der Karte und das praktische TomTom-GPS, mit dem jeder Wagen in „Horizon“ ausgestattet ist, sucht die schnellste Route dorthin heraus, so dass man von derlei Kleinkram nicht vom Racen abgehalten wird.
Wer ein Kinect für Xbox 360 neben seinem Fernseher stehen hat, kann das GPS im Spiel sogar über die eigene Stimme bedienen. So sucht beispielsweise das Kommando „GPS > Nächstes… > Straßenrennen“ die Route zum nächstgelegenem Straßenrennen-Event heraus. Das, man mag es kaum glauben, klappt erstaunlicherweise sogar ziemlich gut und erspart einem die lästige Sucherei auf der mit der Zeit garantiert immer unübersichtlicher werdenden Weltkarte! Natürlich ist es via Kinect nicht möglich, gezielt ein bestimmtes Event herauszupicken und anzusteuern, sondern immer nur das mit dem im Vergleich zur aktuellen Position kürzesten Anfahrtsweg.

Neben dem bereits erwähnten Offroad-Rennen bietet die Demoversion zu „Forza Horizon“ noch ein spaßiges Drift-Event, in dem man mit einem schnittigen und darüber hinaus unfassbar geschmeidig zu fahrenden Ford Musang unterwegs ist und lustigerweise mit Extra-Credits bedacht wird, wenn es einem gelingt, den Parcours schneller zu absolvieren als ein parallel mitfliegendes Stuntflugzeug, was in der Tat sooo leicht nicht ist, sich letzten Endes jedoch als durchaus machbar herausstellt.
Ein Straßenrennen mit allerhand hochgezüchteter Edelkarossen, welches man nochmals mit der Viper vom Anfang absolviert, stellt die dritte, letzte und auch mit Abstand schwerste Herausforderung dar und rundet die Demo inhaltlich ab. Das Teil ist einfach ein feuriges Biest auf der Straße!

Schön: Nach einem abgeschlossenen Event kann dieses beliebig oft neu gestartet werden. Außerdem ist es möglich, in den sogenannten Rivalen-Modus zu wechseln. In diesem tritt man gegen die Zeiten anderer Fahrer aus der „Forza Horizon“-Community und – wenn man dies will – gegen seine „Forza“-verrückten Freunde auf Xbox LIVE an und versucht diese natürlich möglichst in Grund und Boden zu fahren. Die leicht durchsichtige Silhouette des jeweiligen Kontrahenten zeigt einem dabei während den Rennen direkt auf der Strecke an, wie man im Vergleich zu eben diesem performed.

Während der Rennen fällt recht schnell auf, dass sich die Designer nicht nur bei den wunderschönen Umgebungen eine Menge Mühe gegeben haben, sondern auch dabei, die Strecken mit einigen Abkürzungen zu spicken. So ist es hier und da möglich, mit seinem Wagen in voller Fahrt durch einen Holzzaun zu brettern, um so wertvolle Sekunden einzusparen oder den Rückstand zu einem vorausfahrenden Gegner zu verkürzen. Mal führen auch Nebenstraßen schneller zum Ziel als die ursprünglich vorgegebene Route, allerdings nicht immer. Man sollte sich also gut in der Gegend auskennen, wenn man während einem laufenden Event das Risiko eingeht und die eigentliche Strecke verlässt!
Im krassen Gegensatz dazu ist es in großen Teilen der frei befahrbaren Welt nicht möglich, auch mal abseits der befahrbaren Straßen auf Entdeckungstour zu gehen. Das ist schade, raubt es einem doch so ein bisschen die Illusion, sich in einer gigantischen Motorsport-verrückten Version des US-Bundesstaates Colorado zu befinden, ist aber nichtsdestotrotz eine verständliche und vor allen Dingen nachvollziehbare Designentscheidung.

Apropos Design: „Forza Horizon“ sieht einfach nur atemberaubend schön aus. Meiner Meinung nach ist es das bis dato mit Abstand optisch schönste Rennspiel und ein echter Meilenstein was Open World-Racing anbelangt. Das detaillierte Geschehen auf und abseits der Strecke zieht mit stets butterweichen 60 Frames pro Sekunde an einem vorbei, die ebenfalls hoch detaillierten Wagenmodelle des lizensierten Fuhrparks sind mit ihren hunderttausenden Polygonen und den bis ins kleinste Detail modellierten Innenräume sind ein absoluter Augenschmaus und der wahr gewordene feuchte Traum eines jeden Autonarren. Man merkt dem Spiel wahrlich an, dass ausnahmslos Autoverrückte an der Entwicklung beteiligt waren. Da wurde nichts als Passion ausgelebt!

Nichts anderes lässt sich über die Soundkulisse des Spiels sagen: Die Motorensounds der im Spiel enthaltenen Wagen wurden einzeln, Wagen für Wagen, Hersteller für Hersteller, Modell für Modell, aufgenommen und ins Spiel übertragen. Herausgekommen ist ein akustisch unvergleichliches Sounderlebnis, an das kein Konkurrent auch nur ansatzweise herankommt.
Nett: In der Welt von „Forza Horizon“ existieren nach „GTA“-Vorbild drei verschiedene Radiosender, von denen jeder einen grundlegend anderen Musikgeschmack bedient. Auf Wunsch kann die Musik jedoch auch komplett ausgeschaltet werden, um sich voll und ganz den verlockend dröhnenden Motoren hinzugeben.

Man merkt schon: Ich bin von dem Spiel ziemlich angetan! Und das Beste: Ich könnte noch seitenlang weiter schreiben, doch das würde ganz klar den Rahmen dieser Review hier sprengen. Außerdem sollte ich mir ja auch noch ein bisschen was für meine eigentliche Review zur Verkaufsversion von „Forza Horizon“ aufheben. Von daher…

Fazit
Um es gleich auf den Punkt zu bringen: „Forza Horizon“ ist der wahr gewordene Traum eines jeden Motorsport-Fans und eine willkommene Abwechslung vom knallharten Simulationspfad der ursprünglichen „FM“-Serie. Die Demo macht definitiv Lust auf das fertige Spiel, welches zum Glück bereits kommende Woche, am 26. Oktober 2012 in den Händlerregalen aufschlagen wird. – „Forza Horizon“, eine Ode an die Auto-Kultur!

— InaiMathi, am 18. Oktober 2012

Forza Horizon (Demo)

Genre: Rennspiel
Release: 2012
Spielzeit: 1 Stunde
Entwicklerstudio: Playground Games
Publisher: Microsoft Studios
Wertung
Forza Horizon (Demo) von Playground Games jetzt online bei Amazon.de bestellen  ➞

Videospiel-Reviews

F1 2017
★ ★ ★ ★ ★
NBA Live 18 (Demo)
★ ★ ★ ★
DiRT 4
★ ★ ★
NieR:Automata
★ ★ ★ ★ ★
NBA Playgrounds
★ ★
3on3 FreeStyle
★ ★ ★ ★
Pro Evolution Soccer (PES) 2017
★ ★ ★
Titel Entwicklerstudio Wertung
F1 2017 Codemasters ★ ★ ★ ★ ★
NBA Live 18 (Demo) EA Sports ★ ★ ★ ★
DiRT 4 Codemasters ★ ★ ★
NieR:Automata Platinum Games ★ ★ ★ ★ ★
NBA Playgrounds Saber Interactive ★ ★
3on3 FreeStyle JoyCity ★ ★ ★ ★
Pro Evolution Soccer (PES) 2017 Konami Digital Entertainment ★ ★ ★
Weitere Videospiel-Reviews

Kommentare

comments powered by Disqus