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InaiMathi Blog

Feedly.com – eine kostenlose Alternative zum Google Reader

Wie inzwischen so ziemlich jeder mitbekommen haben dürfte, wird Google bei seinem populären RSS-Feedreader Google Reader am 1. Juli 2013 den Stecker ziehen. Es wird also Zeit, sich nach lohnenswerten Alternativen umzuschauen, wenn man in Zukunft nicht gänzlich auf seine abonnierten RSS-Feeds verzichten will. Denn mal ehrlich: Twitter und Facebook mögen inzwischen zwar von vielen, mich eingeschlossen, als primäre Informationsquellen genutzt werden, doch ein Social Life ohne die Verlässlichkeit meiner RSS-Feeds möchte ich mir ehrlich gesagt (noch) nicht vorstellen.

Wer sich also auf dem Markt nach Alternativen zum Google Reader umschaut, wird ziemlich zügig auf insbesondere drei RSS-Reader stoßen, die ich persönlich als würdige Nachfolger ansehe:

Alle drei bieten eine gute Usability, gepaart mit einer Optik, die sowohl ansprechend als auch funktional gestaltet wurde. Spielt man ein wenig mit den Readern herum, so wie ich es getan habe, kristallisiert sich schnell ein persönlicher Favorit heraus. In meinem Fall ist dies Feedly.com. Ich bin wirklich begeistert von diesem alternativen Reader und kann ihn jedem, der in seinem täglichen Workflow auf einen leistungsfähigen RSS-Reader angewiesen ist, nur wärmstens ans Herz legen.

Warum?

Feedly.com ist in gewisser Weise eine ziemlich exakte Kopie des Google Readers, die mit einer opulenten Optik sowie einigen Social Features wie Sharing und Tagging aufwarten kann. Der folgende Screenshot verdeutlich, denke ich, ganz gut die Parallelen zwischen dem großen Vorbild und Feedly, der kleinen sympathischen Alternative…

Der RSS-Stream lässt sich, wie auf dem Screenshot zu sehen, kompakt als Liste ausgeben. Neben der Quelle werden im so genannten Titles-Mode – natürlich – auch der jeweilige Titel, sowie das Datum mit angegeben. Ein Klick genügt und schon gelangt man zum eigentlichen Artikel. Ganz so, wie man es vom Google Reader her gewohnt ist. Alternativ stehen fünf weitere Anzeigemodi zur Verfügung: Als da wären Magazine, Timeline, Mosaic, Cards sowie die klassische Full Article-View. Die angezeigten Artikel können auf Wunsch nach mehreren Kriterien gefiltert werden.

Alle fünf Darstellungsformen nennen individuelle Vor- und Nachteile ihr Eigen. Am besten einfach selber ausprobieren, welcher Modus euch am ehesten zusagt. Ich persönlich vertraue, wie oben zu sehen ist, schon im Google Reader auf die klassische Listenansicht. Hier kann ich schnell scannen, ob ein für mich wichtiger Artikel veröffentlicht wurde und diesen für die spätere Lektüre entsprechend markieren und/oder ihn via Twitter, auf Facebook oder sonst einem Social Network weiter verlinken, ohne mich erst langwierig durch eine ellenlange Liste scrollen zu müssen.

Wie man hier im Blog auf InaiMathi.de schnell feststellen dürfte, mag ich die Farbe Grün. Aus diesem Grund habe ich meinem Feedly-RSS Feed auch einen stylischen Mint-Grünen Anstrich verpasst. Wem die Optik nicht so zusagt, kann auf Wunsch aus 13 anderen Themes seinen Favoriten aussuchen – oder Feedly.com einfach mit einem schlichten weissen Hintergrund nutzen.

Linker Hand neben dem RSS-Stream befindet sich ein weiterer Filterbereich. Im oberen Bereich, direkt unter dem administrativen Bereich, lassen sich via einem Klick auf Today nur am heutigen Tag aggregierte Artikel anzeigen, – allerdings bislang nur im Magazine-Layout. Wer sich, wie oben angerissen, Artikel für später markiert hat, findet diese unter dem Menüpunkt Saved übersichtlich abgelegt. Mittels Add Website kann ein neuer RSS-Feed hinzugefügt werden.

Direkt darunter befindet sich eine zwar unscheinbare, für den produktiven alltäglichen Einsatz jedoch unentbehrliche Filterliste: In meinem Fall setzt sich diese aus All, Blogs, Tech, Design, YouTube und weiteren Kategorien zusammen. Durch einen Klick auf eine dieser Kategorien lässt sich der RSS-Stream filtern. Nach Wichtigkeit, nach Interessensgebieten, wonach es mir gefällt. Klicke ich zum Beispiel auf Tech, zeigt Feedly ausschließlich jene Artikel an, deren Quellen ich im Vorfeld händisch in diese Kategorie geschoben habe. Die kleine Zahl hinter jeder Kategorie gibt an, wie viele ungelesene neue Artikel in dieser Kategorie auf mich warten; im Falle meiner Tech-Kategorie wären es also 13 ungelesene Artikel.

Wem das noch nicht reicht, kann sogar nach einzelnen Quellen, sprich nach bestimmten Blogs, Webseiten oder sogar Twitter-Accounts filtern. Je nachdem, was sich in den Kategorien befindet. Ich könnte also hingehen, eine Kategorie per Klick auf den kleinen Dropdown-Pfeil links neben dem Titel aufklappen und mir dort beispielsweise lediglich Artikel des US-Techblogs TheVerge.com, den ich regelmäßig lese, ausgeben lassen. Wie das ausschauen kann, verdeutlicht der folgende Screenshot:

Ich persönlich lasse mir diese en Detail-Feeds bevorzugt im Magazine-Style ausgeben, komplett mit einem meist vielsagenden Bild, der überschrift sowie einem kurzen Auszug des Artikels, der mir in der Regel einen ersten Eindruck vom Inhalt vermittelt. Direkt unter dem Teasertext eines Artikels befindet sich zudem eine interessante Info: Nämlich wie viele Likes und Empfehlungen der Post auf Facebook und Google+ bis dato erhalten hat. Dies mag für einige vielleicht vernachlässigbar sein, mir persönlich hilft die Info jedoch enorm bei der Ermittlung der Relevanz eines bestimmten Artikels.

Über die Linkliste rechts oben kann zwischen verschiedenen Quellen schnell hin und her gewechselt werden. Direkt darunter wurden Amazon-Anzeigen platziert. Unschön, mögen einige vielleicht sagen, nachvollziehbar ist’s jedoch alle mal, schließlich muss sich ein grundsätzlich kostenloser Service wie Feedly.com auch irgendwie refinanzieren.

Noch einmal zurück zur Filterleiste links neben dem RSS-Stream: Im unteren Bereich, gleich nach den einzelnen Quellen-Filtern, befinden sich zwei weitere interessante Features von Feedly: Der Index sowie die History, welche mir eine in Form einer übersichtlichen Timeline einen Überblick darüber bietet, welche Artikel ich zuletzt gelesen habe. Und nein, auf diesem Index hier finden sich natürlich nicht solche Werke wie [Zensiert] und  [Zensiert] wider. Stattdessen bietet die Funktion einen kompakten Überblick über all meine Kategorien, Quellen sowie die Anzahl der ungelesenen Artikel. Et voilà:

Mein Feedly umfasst also 8 Kategorien, die sich aus insgesamt 130 einzelnen Quellen (Blogs, Websites, etc.) zusammensetzen, und 65 ungelesene Artikel warteten zum Zeitpunkt der Aufnahme darauf, von mir zumindest überflogen zu werden. Direkt darunter wird der Index dann detaillierter: Alle Kategorien, in denen Artikel auf mich warten, werden samt der exakten Quelle angegeben. Ein Klick auf eine Quelle, ruft die eben beschriebene Detail-Ansicht auf. – Praktisch!

Wer nun sagt: Das klingt ja alles gut und schön, aber macht es nicht einen unheimlichen Aufwand, all meine Google Reader-Abos in Feedly zu übertragen?! – Nein. nachdem man sich bei Feedly.com registert hat, kann man all seine RSS-Abonnements aus Google Reader mittels weniger Klicks importieren lassen. Sogar bestehende Ordner und Tags werden mit übernommen. Feedly verbindet sich quasi mit dem Google reader. Änderungen auf der einen oder anderen Seite werden jeweils gespeichert und übernommen. Nach der Einstellung des Google Readers Anfang Juli 2013 wird Feedly einfach weiterlaufen als wäre nichts gewesen.

Fazit
Um zum Ende zu kommen: Feedly.com ist für mich nicht erst seit Googles Exit-Ankündigung der Inbegriff eines modernen RSS-Feedreaders! Der Service bereitet Informationen übersichtlich wie optisch ansprechend auf, ist dabei sehr schnell und ist überdies für den User komplett kostenlos. Da zudem die ebenfalls kostenlosen Apps für alle gängigen Mobile-Plattformen wie iOS, Kindle und Android der Web-variante in nichts nachstehen, stellen die Jungs und Mädels von Feedly für mich persönlich das aktuell beste RSS-Reader-Packet auf die Beine!

— InaiMathi, am 14. März 2013
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