InaiMathi.de/blog         InaiMathi.de/reviews         InaiMathi.de/geocaching         InaiMathi.de/design         InaiMathi.de/synchron
InaiMathi
Twitter   |   Facebook   |   Tumblr   |   Amazon
Profesionell Redder Van De Prinsessen. Een halve dag.
InaiMathi.de

Eine Bibliothek inmitten der Kölner Pampa [Geocaching]

Dieser Post ist ein Erfahrungsbericht zu dem Geocache Des Cachers Bibliothek (GC3A02M) und kann, muss aber nicht Spoiler enthalten. Wer sich den Spaß an der Suche nicht verderben will, weiß sicherlich was zu tun ist...

Eine ganze Bibliothek aus totem Holz innerhalb eines quicklebendigen Naturschutzgebiets – gibt’s nicht? Gibt’s wohl! Wer wie meine liebste Caching-Partnerin Brina und meine Wenigkeit auf Literatur steht und sich durch Zufall mal in den wunderschönen Kölner Norden verirrt, dürfte definitiv glücklich werden, wenn er sich dem Geocache “Des Cachers Bibliothek”, einem kurzen Traditional Cache in Köln-Mengenich annimmt!

Wir hatten diesen wirklich interessanten eigentlich nur durch Zufall entdeckt, als wir uns auf der Schatzkarte auf Geocaching.com durch die schier unzähligen Geocaches in Köln und Umgebung geklickt haben. Auf einmal tauchte er ganz unverhofft in unserem Browserfenster auf, und dank Literaturbezug sowie der keimenden Hoffnung auf reiche Beute (immerhin sollte es sich bei dem verwandten Cache-Behälter um ein wahres Prachtexemplar handeln) war unser Ehrgeiz, diesen Cache zu loggen, schneller entfacht wie ein mit Spiritus übergossener Holzkohlegrill in der brennenden Mittagssonne der Serengeti! Also notierten wir uns noch schnell die wichtigsten Daten zum Cache und fuhren los.

Wir wussten nur, dass uns die Suche wohl in den Kölner Stadtteil Mengenich führen würde. Genauer gesagt in ein kleines Waldgebiet in Mengenich, in das sich nur höchst selten mal Passanten verirren, ganz einfach, weil es so unfassbar weit ab vom Schuss liegt. Ich gab also das Ziel in mein ansonsten recht verlässliches TomTom-Navi auf meinem iPhone ein, doch wie das Wörtchen “verlässlich” bereits subtil suggeriert, hatte es gestern einen eher schlechten tag erwischt. Zuerst leitete es uns auf einen Feldweg in der Nähe von Auweiler, der verständlicherweise für Fahrzeuge aller Art gesperrt war. Danach versuchten wir eine alternative Anfahrtsroute, doch auch diese führte uns lässig am eigentlichen Zielgebiet vorbei, dafür jedoch kreuz und quer durch ganz Köln-Mengenich und teile von Vogelsang. Nicht ccol! Ich beschloss daraufhin, mich auf meine herausragenden Navigationskenntnisse zu berufen und siehe da, wir kamen doch noch ans Ziel!

Mangels adäquater Parkmöglichkeit stellten wir den Wagen nur unweit der B59 am Straßenrand ab und stiegen aus. Nachdem wir nun endgültig realisiert hatten, dass wir uns sozusagen am Arsch der Welt befanden, um uns nur Wald, Felder und ein einsames Transformatorengebäude, sahen wir, was schon auf der Website von einigen Cachern so respektvoll geschildert wurde: Brennnesseln! Ein ganzes Meer von Brennnesseln! So viele Brennnesseln hatte ich in meinem Leben noch nicht gesehen! Doch nun waren wir schon so weit gekommen, hatten die Tücken der Technik überwunden, dass wir tief durchatmeten und uns langsam aber stetig unseren Weg durch das schier endlose Brennnesselfeld bahnten. Gott, was waren wir froh, dass erstens dezent bedecktes Wetter vorherrschte und zweitens, dass wir in weiser Voraussicht die Shorts der vergangenen Tage gegen vernünftige lange Hosen getauscht hatten! Nach zirka 300 Metern zog ich mein iPhone aus der Tasche und riskierte einen Blick in meine treue GC Tools-App, um nachzuschauen, wo wir uns in Relation zum Cache mittlerweile befanden. Wir waren noch gute hundert Meter entfernt, allerdings – und das war mit die beste Nachricht des Tages – konnten wir nun das Meer aus Brennnesseln verlassen und rüber in den gar nicht mal so dichten Wald wechseln.

Vielleicht noch fünfzig Meter trennten uns von unserem bis dato dicksten Fund! Ich schaute immer wieder nervös auf meine GPS-App, um unsere Position abzugleichen. Angespornt von der Lärmkulisse der nahen Autobahn legten wir einen Schritt zu – und plötzlich sahen ihn vor uns im Geäst auftauchen: Ums mal etwas populärer auszudrücken: Nee, watt ein riesen Teil! Gut versteckt und mit einem alten Autositzbezug bedeckt lag der prallvoll gefüllte Cache-Behälter vor uns zu unseren Füßen. Wobei, Behälter ist nicht ganz das richtige Wort, Schatzkiste trifft es schon eher! Wir zogen das Ding mit vereinten Kräften aus dem Dickicht und öffneten es…

Im Inneren der für Geocaching-Verhältnisse relativ gigantisch anmutenden Kiste befand sich eine etwas kleinere Box mit allerhand Kleinkram wie beispielsweise Stifte, Spielfiguren aus Plastik, ein paar farbige Gummibänder sowie das Logbuch und ein Travelcoin! Desweiteren befand sich in der Kiste ein voluminöser Rücksack, in welchem sich die eigentlichen Stars dieser außergewöhnlichen Bibliothek versteckt hielten: die Bücher. Die gebotene Auswahl war groß: Angefangen von einem John Grisham-Roman, über einschlägige Schulliteratur, bis hin zu einem *hust* drei Jahre alten PC-Magazin aus dem Computec Media-Verlag – das Themenspektrum war breit gefächert!

Wir nahmen, wie auf dem Bild oben zu sehen, drei Bücher heraus: Zum einen den englischen Roman “The Broker” von John Grisham, zum anderen die Schulliteratur “Teufelstanz” aus der Feder von Ulrike Haß sowie ein uraltes Magazin – letzteres aus Nostalgie. Im Gegenzug legten Lesestoff über und aus dem schönen Hamm rein, der sich auf unserer letzten Geocaching-Tour durch die Elefantenstadt an der Lippe so angesammelt hatte. Anschließend verewigten wir uns noch wie immer mit stolz geschwellter Brust im Cache-Logbuch, – dann hieß es Abschied nehmen von unserem bis dato enormsten Geocache. Den eigentlichen Abschiedsschmerz verursachten jedoch die Brennnesseln…

Heul nicht, sag was!

*