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InaiMathi Blog

Die Tribute von Panem - The Hunger Games

Die Tribute von Panem - The Hunger Games - © Studio Canal

Ob nun teilweise abgekupfert oder nicht: Die „Tribute von Panem“-Trilogie aus der Feder der amerkanischen Jugendbuch-Autorin Suzanne Collins ist die mit Abstand erfolgreichste Jugendbuch-Reihe der vergangenen Jahre. Die Abenteuer von Katniss, Peeta und Co. sind weltweit gefragt, die blanken Verkaufszahlen dringen mittlerweile in Regionen vor, welche bis dato lediglich Blockbuster-Franchises wie „Harry Potter“, der „Twilight“-Saga und ähnlich gearteten Konsorten vorbehalten waren.

Eine hollywood’sche Filmumsetzung war also lediglich eine Frage der Zeit. Ende 2010 hat sich das kanadische Filmstudio LionsGate Entertainment die Rechte an dem futuristischen Stoff gesichert, ein entsprechender Cast wurde recht zügig gefunden und nur knapp anderthalb Jahre später, genauer gesagt am 22. März 2012 lief endlich der erste Teil der ebenfalls als Trilogie angelegten „Panem“-Filmreihe in den Lichtspielhäusern dieser Welt an.

An dieser Stelle sei gesagt: Ich habe mir „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ mit eher gemischten Gefühlen angesehen. Zum einen habe ich vergangenes Jahr die Romanvorlage gelesen (siehe meine Rezension) und fand diese damals zugegeben durchaus gelungen, was sich auch in meiner finalen Wertung widerspiegelt. Und wie sich das bei Literaturverfilmungen allgemein hin so verhält, wird die Umsetzung in bewegten Bildern ihrer literarischen Vorlage nur äußerst selten gerecht, noch viel seltener übertrumpft sie diese. Zum anderen kenne ich Koushun Takamis Roman / den japanischen Film „Battle Royale“ (siehe meine ausführliche Filmkritik) und habe die kontroverse Plagiats-Diskussion rund um „Die Tribute von Panem“, „Battle Royale“, „Der Herr der Fliegen“ und den Klassiker „The Most Dangerous Game“ intensiv verfolgt – und mich inzwischen hier im Blog dazu geäußert. -Wie dem auch sei, eine Enttäuschung, in welcher Hinsicht auch immer, war quasi von vornherein vorprogrammiert…

Die Tribute von Panem – The Hunger Games
(The Hunger Games)
mit Jennifer LawrenceJosh Hutcherson, Liam Hemsworth
Fantasy, USA, 2012
LionsGate Entertainment / Studio Canal

Trailer

Inhalt
„In einer nicht allzu fernen Zukunft: Aus dem zerstörten Nordamerika ist der Staat Panem entstanden, das Kapitol regiert das ums Überleben kämpfende Volk mit eiserner Hand. Um seine Macht zu demonstrieren, veranstaltet das Regime jedes Jahr die grausamen Hungerspiele: 24 Jugendliche, je ein Mädchen und ein Junge aus Panems zwölf Distrikten, müssen in einem modernen Gladiatorenkampf antreten, den nur einer von ihnen überleben darf. Als ihre kleine Schwester Prim für die Spiele ausgelost wird, nimmt die 16-jährige Katniss freiwillig ihren Platz ein. Der zweite Kandidat aus Katniss Distrikt ist Peeta, den sie seit ihrer Kindheit kennt. Kurz bevor das perfide Turnier beginnt, gesteht Peeta Katniss seine Liebe. Doch das Kapitol macht sie zu Todfeinden…“ – Quelle

Kritik
Eines muss man dem Film lassen: „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ nimmt, im relativ krassen Gegensatz zur Buchvorlage aus der Feder von Suzanne Collins, seinen Titel sehr ernst. So stehen tatsächlich die namensgebenden Hungerspiele im Vordergrund und nicht etwa solch immens wichtige Fragen wie zum Beispiel, welches Outfit die beiden Hauptprotagonisten Katniss und Peeta während der Parada und der anschließenden Vorstellung der Tribute tragen sollen. Wow, was bin ich den Machern für diesen straffen Einstieg dankbar!

Apropos straff: „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ orientiert sich ziemlich strikt am Roman. Künstliche Freiheiten hat sich das Produktionsstudio LionsGate Entertainment glücklicherweise verkniffen. Das, was der geneigte Kinogänger im Verlauf der gut zwei Stunden Laufzeit zu sehen bekommt, ist bis auf ganz wenige Ausnahmen eine 1 zu 1 Wiedergabe der Geschehnisse im Buch. Auch die bis auf eine (leider recht prominente) Ausnahme wirklich sehr ansprechenden Kulissen, in denen die Handlung des Films stattfindet, sowie die teils opulenten, teils erbärmlich verkommen anmutenden Kostüme, hier wären allen voran die mannigfaltigen Outfits der Effie Trinket zu nennen, wurden für die große Leinwand nahezu exakt so umgesetzt, wie ich sie mir damals während der Lektüre des Buchs vor meinem inneren Auge vorgestellt habe. Ebenfalls sehr gut gelungen die Umsetzung von Katniss‘ Heimat Distrikt 12, einem Bergarbeiterbezirk, in welchem die ärmsten der Armen ihr vornehmlich tristes Dasein fristen, und des Kapitols, Panems hoch technologisierter Hauptstadt, in der die Upper Class ihre Zeit totschlägt und Präsident Snow totalitär und nahezu willkürlich über das Schicksal seiner Bürger bestimmt. Überhaupt hat mich der Kontrast zwischen Distrikt 12 und dem Kapitol sehr beeindruckt!

Leider kann das beschriebene hohe Niveau , zumindest was den Cast des Films betrifft, auf Dauer nicht gehalten werden. Ich persönlich wurde mit dem Gros der besetzten Schauspielerinnen und Schauspieler, so sehr ich auch versucht habe, mich mit ihnen abzufinden auf sie einzulassen, einfach nicht warm. Allen voran wäre hier Jennifer Lawrence zu nennen, die auf die Rolle der Katniss Everdeen besetzt wurde. So kalt und unnahbar wie sie Katniss mimt, hatte ich mir die junge Jägerin im Buch nicht vorgestellt. Zwar möchte ich, entgegen meiner früheren Aussagen, nicht von krasser Fehlbesetzung sprechen, doch entspricht Lawrence einfach nicht „meiner“ Katniss, zudem finde ich sie als Person einfach unsympathisch, was im Falle der Hauptprotagonistin eines Films nicht mal eben so abgetan werden kann – und exakt dieser Umstand zieht den gesamten Film für mich persönlich ein gutes Stück runter. Ein ähnlich geartetes Problem habe ich mit Woody Harrelson, beziehungsweise seiner Rolle Haymitch, Katniss‘ und Peetas Mentor während der Hungerspiele: allglatt und den gesamten Film über, anders als im Buch, für meinen Geschmack viel zu nüchtern! Natürlich gibt es von der Darstellerfront auch positives zu berichten: Ich sag‘ nur Effie Trinket und Caesar Flickerman. Beide fand ich vom Fleck weg sympathisch! Effie, grandios verkörpert von Elizabeth Banks, ihres Zeichens stets hochgestochen, überkandidelt und immer mit mindestens zwei Outfits im Handgepäck reisend – eine typische Ausgeburt des Kapitols. Stanley Tucci hat es wiederum geschafft, Caesar Flickermann, Moderator und Presenter der landesweit im TV übertragenen Hungerspiele, und darüber hinaus ein Charakter, den ich seinerzeit im Buch noch eher als nervig denn interessant abgetan hatte, so dermaßen kongenial zu verkörpern, dass sich meine Meinung über ihn mittlerweile quasi um 180 Grad geändert hat. Was den restlichen Cast von „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ betrifft, bekommt der geneigte „Panem“-Fan eine durchschnittlich agierende Darstellerriege vorgesetzt, die zwar mit dem ein oder anderen prominenteren Namen gespickt ist, so ist beispielsweise Donald Sutherland als Präsident Snow zu sehen oder Liam Hemsworth, der Katniss‘ Jugendfreund Gale verkörpert, jedoch würde ich, mit Ausnahme der bereits oben genannten, keinen von ihnen besonders hervorheben wollen. – Das Prädikat „gehobener Durchschnitt“ trifft es glaube ich ganz gut. Dezent enttäuscht war ich von Lenny Kravitz. Dafür, dass seine Verpflichtung im Vorfeld so unheimlich gehyped, ja medial ausgeschlachtet wurde, war seine Rolle Cinna, seines Zeichens der Stylist von Katniss und Peeta, verhältnismäßig selten zu sehen. Wirklich etwas zum Film beigetragen hat er nicht. – Schade.

Ein wenig missglückt ist auch die Inszenierung der namensgebenden Hungerspiele: Wer durch und durch actiongeladene, spektakuläre Kämpfe im Stil eines „Battle Royale“ (siehe meine Rezension) erwartet, wird sicherlich einigermaßen enttäuscht aus den Kinosaal schlurfen von Dannen ziehen. Bitte nicht falsch verstehen: Für das, was „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ sein will – und ist, nämlich ein leicht verdaulicher FSK 12-Jugendfilm, wurden die Kämpfe in der Arena ganz gut umgesetzt: Dynamische, schnelle Schnitte, welche, beispielsweise während der Startphase am Füllhorn, Katniss‘ Angespanntheit unterstreichen und puschende Adrenalinschübe visualisieren sollen, eine gelungene, angenehm unaufdringliche Musikuntermalung, und die ein oder andere, vereinzelt sogar ansatzweise dramatische Auseinandersetzung mit den gegnerischen Tributen sind definitiv vorhanden. Doch das ist zu wenig, um erwachsene Kinogänger den gesamten Film über bei der Stange zu halten! Wo der Vorlauf des Films, sprich die „Ernte“, das Kennenlernen im Kapitol, das Training der Tribute und die Vorbereitung auf die Hungerspiele, zugegeben zu meiner Verwunderung, noch recht kurzweilig umgesetzt wurden, präsentiert sich die Phase in der Arena streckenweise sehr langatmig und ganz allgemein ziemlich unspektakulär, was in Anbetracht des Filmtitels und dem daraus resultierenden Stellenwerts, welchen die Kämpfe in der Arena folglich inne haben sollten, recht bedauerlich ist. Im Prinzip bringt Katniss eine gefühlte Ewigkeit in irgendwelchen Baumkronen oder Büschen zu, den Rest der Zeit schlendert sie uninspiriert in einer recht eintönigen Waldkulisse umher, weicht plötzlich auftauchenden Feuerbällen aus oder geht, gemeinsam mit ihrem Kumpel Peeta, den anderen Tributen, die in der Arena auf der Suche nach dem nächsten ahnungslosen Opfer ihre Kreise ziehen, aus dem Weg. Das alles mag im Buch fesselnd gewesen sein, doch in bewegten Bildern ist es auf Dauer so furchtbar langweilig, dass man sich stellenweise wirklich wünscht, die Macher hätten sich, entgegen des eingangs getätigten Lobes, doch nicht ganz so eng an der collins’schen Buchvorlage orientiert. Dann, ganz plötzlich, quasi wie aus heiterem Himmel, überschlagen sich die Ereignisse wieder: Eine wichtige Mitstreiterin von Katniss segnet das Zeitliche, was mich mangels hinreichender Verbindung zum Gros der Charaktere im Film (siehe oben) absolut kalt gelassen hat, und nur zehn Minuten drauf steht bereits der große Showdown an, und man schüttelt fassungslos den Kopf und ist geneigt zu fragen, ob es das allen Ernstes wirklich schon gewesen sein kann?! – Um es an dieser Stelle ausnahmsweise mal kurz zu machen: Ja, kann es. Und nein, der Showdown entschädigt nicht für die ein oder andere Länge – ganz im Gegenteil: die Bezeichnung „Showdown“ ist eigentlich viel zu viel des Guten. Kaum bis überhaupt nicht mitreißend, viel zu unspektakulär und „rangeklatscht“ ans Ende nahende des Films, und zu allem Überfluss steht auch noch ein Opponent im Mittelpunkt, der im Verlauf der Handlung in meinen Augen nur unzureichend als fieser Gegenspieler positioniert, bzw. aufgebaut wurde. – Ich war jedenfalls herbe enttäuscht!

Das cliffhangeresque Ende von „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ verspricht, es dürfte niemanden wirklich überraschen, ein zeitnah folgendes Sequel. Bleibt nur zu hoffen, dass sich LionsGate Entertainment und Studio Canal die Kritik zu Herzen nehmen und für den für November 2013 angekündigten Nachfolger „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ ein paar Kohlen nachlegen.

Fazit
Eine über die Maßen gehypte Literaturverfilmung zu einer (vielleicht ein wenig überschätzten) Buchreihe, deren grundlegende Thematik so neu und revolutionär nicht ist. Hartgesottene Fans der „Panem“-Trilogie werden mit „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ sicherlich ihre Freude haben. Alle anderen bekommen einen durchschnittlichen Jugendfilm im Science Fiction-Szenario präsentiert, der leider erschreckend kühl daher kommt, nichts wirklich revolutionäres bietet und unter so manchem Schluckauf im Tempomaß leidet. – Kann man sich geben, muss man aber nicht.

— InaiMathi, am 5. April 2012

Die Tribute von Panem - The Hunger Games

Genre: Fantasy
Release: 2012
Laufzeit: 127 Minuten
Studio: LionsGate Entertainment
Publisher: Studio Canal
Wertung
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