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InaiMathi Blog

Das neue Wandern - Auf der Suche nach dem Glück

Das neue Wandern - Auf der Suche nach dem Glück - © Berlin Verlage

Manuel Andrack – die meisten dürften den gebürtigen Kölner sicherlich noch von seiner einstigen Tätigkeit als Redaktionsleiter der legendären „Harald Schmidt Show“ in Sat.1 (siehe meine DVD-Review) kennen. Doch diese ist bekanntlich längst Geschichte, Andrack hat Köln inzwischen den Rücken gekehrt und seinen Lebensmittelpunkt in die saarländische Provinz verlegt. Dort verdingt er sich seit ein paar Jahren u.a. als Autor diverser Sachbücher, die sich allesamt seinen großen Leidenschaften, dem Wandern und dem besten Fußballclub der Welt, dem glorreichen 1. FC Köln befassen, welche schon damals, in der guten altern Zeit als Harald Schmidts vorlauter Stichwortgeber im Rahmen der Sat.1-Show immer wieder mal thematisiert wurden.

Auch einen eigenen privaten Blog hat Andrack sich inzwischen zugelegt, auf dem er zwar unregelmäßig, dann jedoch stets grundsympathisch und tendenziell ausschweifend von seinen neusten Erlebnissen auf den Premium- und Traumpfaden dieser Welt berichtet und – wie sich das für ’ne anständige kölsche Jung gehört – selbstverständlich auch seinen Senf zu den Geißböcken zum besten gibt.

Nachdem mich im vergangenen Sommer das Geocaching-Fieber gepackt hat und ich seitdem regelmäßig über meine Schatzsuch-Erlebnisse blogge, und da ich sowieso ein Mensch bin, der gerne und viel Zeit im Freien und der grünen Natur verbringt, war es im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis eines der Werke des verehrten Herrn Andrack seinen Weg in mein Bücherregal finden würde. – Tja, und was soll ich sagen: Die Tage war es dann soweit: Ich wurde von meiner buchverrückten besseren Hälfte mit Andracks Wanderbuch „Das neue Wandern – Auf der Suche nach dem Glück“ überrascht. Dieses wurde zwar bereits Anfang 2011 erstmals vom Berliner Verlag publiziert, ist aber nichtsdestotrotz immer noch sein aktuellstes Buch zum Thema.

Zugegeben: Es ist ein für mich gänzlich neues Genre, auf das ich mich da einlasse. Vielleicht sogar eines, von dem ich bis vor ein paar Monaten selber nicht gedacht hätte, dass es mich eines Tages einmal interessieren würde, bzw. könnte. Doch ich bin stets offen für Neues und schon beinahe enthusiastisch gespannt auf das, was mich da so erwartet! – Und natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, auch zu diesem Buch hier im Blog eine ausführliche Rezension zu veröffentlichen! Versteht sich doch von selbst…

Das neue Wandern – Auf der Suche nach dem Glück
von Manuel Andrack
2011, Unterhaltung, 279 Seiten
Berlin Verlage

Der Autor
Manuel Andrack, geboren 1965 in Köln. Von 1995 bis 2008 Redaktionsleiter bei der „Harald Schmidt Show“ in Sat.1 und „Schmidt & Pocher“ in der ARD. Gekrönt wurde diese Tätigkeit durch den Deutschen Fernsehpreis 2001 und 2003. Seit 2004 publiziert er Bücher zum Thema Wandern, 1. FC Köln, Punk-Rock und Ahnenforschung. Er ist Autor unter anderem für Publikationen wie „DIE ZEIT“ und „Stern“ sowie sporadischer Moderator im SWR Fernsehen.

…über seine Wanderleidenschaft

Inhalt
„Seit Manuel Andrack in seinen erfolgreichen Büchern über das neue Wandern aufklärt, ist das Laufen durch Wälder und Mittelgebirge nicht mehr spießig. Aber was ist eigentlich die perfekte Wanderung? Der Weg, der alle Sinne anregt und uns fit und gesund hält? Der Anblick einer lieblichen Landschaft oder doch eher die Einkehr ins Wirtshaus? Wandern ist kein Überraschungsei, denn die Promena do logen erforschen es ebenso akribisch wie andere das Ge nom. Mediziner empfehlen es sehr – wenn es in Maßen geschieht. Doch daran halten sich längst nicht alle: Es gibt Extremwanderer, die 75 Kilometer in 24 Stunden gehen. Bis auf diese Ausnahme war Manuel Andrack aber auf „normalen Wegen“ unterwegs, immer auf der Suche nach dem Glück der perfekten Wanderung. In diesem Buch verrät er uns, wie wir es finden.“ – Quelle

Der erste Satz

„Zunächst war es ein reines Gerücht.“

Kritik
Ich bin ein wenig enttäuscht. Als ich das Buch aufgeschlagen und mich in die ersten zwei, drei Kapitel reingelesen hatte, war das Gelesene noch neu und durchaus interessant. Doch mit der Zeit merkt man einfach, dass Autor Manuel Andrack sich zwar große Mühe gibt, den geneigten Leser mit seinen Abenteuern auf den Wanderpfaden dieser Welt zu unterhalten. Dies gelingt ihm auch bis zu einem gewissen Grad. Doch auf Dauer liest sich das geschilderte schlicht zu eintönig und repetitiv, als dass es ein solches Buch, das es immerhin auf knapp 290 Seiten bringt, tragen könnte.

So setzen sich das Gros der Kapitel im Buch aus in mal mehr mal weniger ausschweifender Manier wiedergegebenen Geschichten seiner bisherigen absolvierten Wanderungen, u.a. durch den Bayerischen Wald, entlang an der Donau, durch die unwirtliche Eifel, in den Urlaubszielen Mallorca und Mazedonien, durch Paris, die Stadt der Lichter und der Liebe, über Wege in seiner neuen Heimat dem Saarland, in die Wüste Sahara, im verregneten Schottland und durch den tiefen Westerwald zusammen. Diese präsentieren sich straff formuliert und bildhaft zu Papier gebracht. Umgangssprachlich, für meinen Geschmack beinahe schon eine Spur zu simpel, und in der Regel so um die 15 Seiten lang – oder kurz. Aber vielleicht muss ein solches Buch auch so dermaßen leicht verdaulich rüberkommen? Hier und da wurde die ein oder andere kurze Anekdote eingeflochten, die für Auflockerung sorgt.
Mittendrin gibt’s auch mal Fotos und Manuel Andrack, seinen Weggefährten und so manchem höchst szenischen Ausblick, oder auch mal eine hübsche Handskizze der zurückgelegten Wanderroute zu bestaunen. Am Ende eines jeden Wanderberichts vergibt der Autor zudem eine Art Bewertung in Kategorien wie Erlebnisfaktor, Abenteuerfaktor, Sportfaktor und Glücksfaktor, was ich eine nette Idee finde.
Doch ich kann mich nur wiederholen: Auf Dauer sind Andracks Erzählungen einfach zu repetitiv, zumal selbst dem oberflächlichsten Querleser ziemlich schnell auffällt, dass er seine Erzählungen stets nach ein und demselben Muster aufbaut: Diese und jene Route wurde gewandert, hier und da gab’s einen fantastischen Ausblick, nach Beendigung kehrte man in dieses und jenes Wirtshaus ein, das ganze oft in Begleitung eines mal mehr, mal weniger ortskundigen Mitwanderers. – Ein recht festgefahrenes Schema, welches gegen Ende hin erfreulicherweise etwas aufweicht, das sich dem Vernehmen nach unschönerweise jedoch durch alle bis dato von ihm geschriebenen Wanderbücher zieht. Eine erwähnenswerte schriftstellerische Weiterentwicklung kann man dem Herrn Andrack somit also nicht wirklich attestieren.

Zumindest ein wenig Abwechslung bieten jene Kapitel des Buchs, in denen Andrack sich mit dem titelgebenden „Neuen Wandern“ beschäftigt. Darin versucht er peu a peu zu ergründen, wie es kommt, dass es immer mehr Menschen hinaus ins Grüne treibt und weshalb Wandern heutzutage fast nichts mehr mit dem althergebrachten Klischee vom biederen Hut und Wanderstock gemein hat. Auch wenn sich schlussendlich herausstellt, dass dieses „Neue Wandern“ – jedenfalls in meinen Augen – so neu gar nicht ist.
Auch der Abschnitt, in dessen Rahmen Andrack die unterschiedlichen Arten von Wanderwegen vorstellt und nachvollziehbar erläutert, wo jeweils die Unterschiede liegen, ist – zumindest für einen Einsteiger wie mich – definitiv lesenswert: Wann darf sich ein Wanderweg mit dem Prädikat Premiumweg schmücken, wann sich als Traumpfad betiteln? Was ist es, das einen Premiumweg überhaupt von einem Traumpfad differenziert? Und ganz wichtig: Wo genau finden sich diese Top-Wanderwege in Deutschland und Europa?

Nett zu lesen, da einfach eine erfrischende Ablenkung vom bereits thematisierten, nun ja, einheitsbreiesquen Inhalt, war auch sein „Praktikumsbericht“, für den er gemeinsam mit dem Wanderwissenschaftler Dr. Rainer Bremer zwei Tage lang eine Route für einen neuen Premiumweg durch die Eifel abgelaufen, bzw. gescoutet hat. Oder die Abschnitte, in denen er sich ausführlich mit den Tücken der Kartographie, der gesunden Wanderdosis sowie mit den psychologischen Aspekten des Wanderns befasst. In diese Kapitel hat er eine Menge Fachjargon einfließen lassen, welches er  – Achtung, Kalauer! – der nicht ganz so bewanderten Leserschaft locker aus der Hüfte in verständlicher Manier erklärt.
Nicht ganz nachvollziehen kann ich den öfters mal bemühten Vorwurf, Andrack würde sich in seinen Publikationen als gottgleicher Wanderpapst profilieren. Dies ist eindeutig, zumindest in meiner Sicht der Dinge, nicht der Fall. Er schreibt ganz klar stets auf Augenhöhe mit seiner Leserschaft. Von abgehobenen Starallüren keine Spur.

Die größte Schwäche des Buchs ist und bleibt jedoch die eingangs bereits angerissene Tatsache, dass von dem Gelesenen nichts wirklich „hängen“ bleibt. Seine Geschichten und Erzählungen sind durch die Bank Mittelmaß. Keine von ihnen sticht in irgendeiner Weise besonders heraus. Und so hangelt man sich von Kapitel zu Kapitel, kommt irgendwann am Ende an, schlägt das Buch zu, resümiert kurz und stellt verdutzt fest, dass man im Grunde genau so schlau ist wie zu Beginn. Ich erwarte mir von einem so gearteten Sachbuch, denn nichts ist „Das Neue Wandern“, allerdings immer, dass ich von der erlesenen Lektüre etwas „mitnehmen“ kann. Dies blieb aus, was schade ist.

Fazit
Alles in allem, hatte ich mir von Manuel Andracks neuestem Buch mehr erhofft: „Das neue Wandern – Auf der Suche nach dem Glück“ vermochte mich zwar ganz ordentlich unterhalten. Auch wenn sich nach einer gewissen Zahl gelesener Kapitel eine gewisse Monotonie eingestellt hat und mir keiner seiner Wanderberichte sonderlich in Erinnerung bleiben wird. Doch die einzelnen Berichte über seine Wandertouren, die nun einmal das Gros des Inhalts für sich beanspruchen, lesen sich einfach zu identisch und bieten auf Dauer zu wenig Abwechslung. Gelungen sind sowohl die optische Aufmachung sowie die Typografie des Buchs, als auch die hier und da vorhandenen Skizzen und Insider-Tipps, welche Wanderfans sicherlich Inspiration für ihre kommenden Touren bieten dürften. – Interessierte Naturburschen und Fans der Andrack’schen (Wander-)Lektüre dürfen zugreifen, alle anderen… naja, eher nicht.

— InaiMathi, am 27. November 2012

Das neue Wandern - Auf der Suche nach dem Glück

Genre: Sachbuch
Veröffentlichung: 2011
Umfang: 279 Seiten
Autor: Manuel Andrack
Verlag: Berlin Verlage
Wertung
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