Ich bin kein PC-Gamer mehr! Was auf den ersten Blick wie eine ziemliche Banalität klingt, die quasi wie die Faust aufs Auge zu diesem, meinem kleinen Blog der genüsslich breitgetretenen Irrelevanz passt, ist in Wirklichkeit eine Feststellung mit – zumindest für mich – weitreichenden Konsequenzen.
Doch vielleicht sollte ich erstmal ein wenig weiter ausholen: Zu meinem zehnten Geburtstag, und somit im direkten Vergleich mit einigen meiner Freunde recht spät, bekam ich meinen ersten eigenen Spiele-PC. Bis dahin hatte ich mich daddeltechnisch an diversen Handhelds und Konsolen ausgetobt: Meine erste Konsole war das Nintendo Entertainment System (NES), von vielen liebevoll “Brotkasten” genannt. Paar Jahre später gesellte sich das FamiCom hinzu, welches hierzulande als Super Nintendo (SNES) in die Geschichte eingegangen ist, und als vorletzte Nintendo-Konsole das glorreiche Nintendo 64. Irgendwann, ich glaube es war 2001 oder so um den Dreh, holte ich mir die allererste Xbox von Microsoft ins Haus, denn ich hatte Nintendo und all seine ausgelutschten Franchises satt. Mit der Ur-Xbox war ich fortan natürlich alternativ und rebellisch unterwegs, überall der klare Außenseiter, von den Playstation-Jüngern verspottet und überhaupt. Doch hey, ich hatte Halo und Fable! Bereut habe ich diese Entscheidung nie, zumal ich mich aufgrund des heutigen phenomenalen Erfolgs der Xbox 360 in meiner Entscheidung für die Microsoft’sche Konsole bestätigt sehe! Irgendwann legte ich mir dann noch einen Nintendo Gamecube und – zig Jahre nach dem ursprünglichen Release, und im grunde nur für “Metal Gear Solid” und “Final Fantasy” (beide erscheinen inzwischen auch für Xbox 360) – eine Playstation 2 zu. Letzte ist im übrigen die einzige Konsole aus dem Hause Sony, die ich mir je angeschafft habe und den GameCube habe ich quasi exklusiv für “Zelda – The Wind Waker” genutzt.
Und dennoch: Obwohl ich zig Konsolen verschiedenster Hersteller mein Eigen nenne, war ich im Herzen immer ein PC-Spieler, kein Konsolero. Dort gab es schließlich Strategiespiele – lange Zeit mein Lieblingsgenre – und Egoshooter, die so für die Konsolen nicht umsetzbar waren. Nahezu mein gesamtes Spielearchiv von einst habe ich übrigens hier im Blog aufgelistet. Ich war sogar so vernarrt in mein Gaming-Equip, dass ich eine Zeit lang hinging, und regelmäßig Let’s Plays aufnahm und bei YouTube hochlud. – Doch diese Zeit ist vorbei. Den Konsolen, welcher genau sei nun mal dahingestellt, ich persönlich tippe ganz eindeutig auf die Xbox 720 / Xbox Loop / Xbox Infinity / Xbox 8 oder wie auch immer Microsoft den Nachfolger der schon recht betagten Xbox 360 letzten Endes nennen wird, meiner Meinung nach die Zukunft. Der klassische Spiele-Rechner, den man sich alle paar Jahre für teuer Geld kauft und stetig aufrüsten muss, um auch in fünf, sechs Monaten noch die neuesten Blockbuster-Games zocken zu können, ist hingegen ein Auslaufmodel mit nur äußerst wenig Chance auf Rettung.
Mein ganz persönlicher Sargnagel war jedoch die Tatsache, dass mein erst Ende 2009 für teuer Geld bei Snogard gekaufter Gaming-PC Anfang des Jahres den Geist aufgegeben hat. Irgendwas mit dem BIOS oder so, ich weiß es nicht. Tatsache ist jedoch, dass das Ding einfach nicht mehr hochfahren will – und ich mich einfach nicht dazu durchringen kann, die Kiste einzupacken, zu Snogard zu düsen und ihn im Tausch gegen ein paar blaue Scheinchen reparieren zu lassen. Denn seien wir doch mal ehrlich: Was genau spricht bitte noch für einen Gaming-PC?
Meiner Meinung nicht nicht sonderlich viel. Es erscheinen mittlerweile kaum noch Exklusiv-Titel für den PC, gefühlte 95 Prozent aller Games, von ein paar MMOs mal abgesehen, kann ich auch auf der Xbox 360 zocken, selbst dem PC als Plattform geradezu auf den Leib geschneiderte Titel wie aktuell “Diablo 3″ sind mittlerweile auch für Konsolen in Entwicklung, – und das ohne störende Lags oder irgendwelche Grafikprobleme, weil irgendein Treiber spinnt oder Windows mal wieder rumzickt. Nein, die dezent bessere Optik auf dem PC ist für mich kein Argument pro PC mehr, zumal die meisten PC-Spiele eh (je nach Entwicklerstudio schlechte) Ports der Konsolen-Versionen sind. Und ja, selbst Online-Gaming ist in Zeiten von Xbox LIVE, Playstation Network und… – keine Ahnung, wie Nintendos Pendant heißt, sollte ein solches inzwischen existieren, kein Problem mehr. Mehr noch: Multiplayer geht auf den Konsolen inzwischen sogar weitaus entspannter von der Hand als am good ol’ PC mit all seinen Servern und der Konfiq-Frickelei im Hintergrund. Zudem komme ich, und das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, nun, im fortgeschrittenen Alter, mit dem Xbox-Gamepad besser klar als mit der Steuerung via Maus und Tastatur. Selbst Shooter, bei denen ich bis vor ein paar Jahren noch mit der Steuerung überhaupt nicht klar kam, sind für mich kein Problem mehr.
Aktuelles Beispiel: “The Witcher 2 – Assassination of Kings”. Das hab ich bereits auf dem PC gespielt, allerdings funktionierte die Steuerung mittels Maus und Tastatur eher schlecht als recht. Dann trat mein PC, wie oben erwähnt, in den Streik und schob meinen Abenteuern mit dem coolen Hexer Geralt von Riva für’s erste einen Riegel vor. Davon bekam irgendwann meine wunderbare Freundin Wind und schenkte mir zu meinem Geburtstag die jüngst veröffentlichte Xbox 360-Fassung des Spiels. Und siehe da: die Steuerung mit dem Gamepad klappt so viel entspannter, Kämpfe wuppen sie viel besser und überhaupt. Grafik, Sound und der ganze Rest sind ebenfalls top, wirklich frappierende Unterschiede zur PC-Fassung sind mir bis dato noch nicht ins Auge gesprungen – bei einem 52-Zoll-HD-Plasma-Glotze heißt das schon was! ;)
Ja, es fällt mir schwer, unter dieses wirklich lange Kapitel meiner Zockerkarriere einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen, zu viele Male hab ich, die ProGamer-Maus fest umschlossen, die Welt gerettet, zu viele schicksalsträchtige Entscheidungen getroffen und viel zu viele schlaflose Nächte in irgendeinem MMO (vornehmlich in “World of Warcraft”) vor dem Monitor verbracht, als dass es mir leicht fallen würde, wie es nun auschaut für immer Lebewohl zu sagen. – Trotzdem: Es ist die einzig richtige Entscheidung! Ich kann mir wirklich nicht erklären, was all die Leute, die bei GameStar.de, PCGames.de, GamersGlobal.de und wie die einschlägigen Websites auch alle heißen mögen, erklären, auf ewig an ihrer ollen Spielekiste festhalten zu wollen, dazu bewegt, eben dies zu tun, wo sie es sich mit einer Konsole, ganz egal mit welcher, ob nun Xbox 360 oder Playstation 3, doch so viel einfacher machen könnten?!
Ich jedenfalls sage hiermit ganz offiziell “Tschüß!” und freue mich auf all die wundervollen Innovationen, mit denen Sony und Microsoft die Zockergemeinde in den kommenden Jahren erfreuen werden. Playstation 4 und Xbox 720 können kommen, ich bin bereit! :)


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