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Aushilfsgangster [Filmrezension]

Aushilfsgangster


Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt: Da freut man sich auf einen gemütlichen Kinoabend gemeinsam mit der Herzallerliebsten – und zieht nach anderthalb Stunden mit hängenden Gesichtern und völlig desillusioniert von dannen.

Zugegeben: Mir war von vornherein klar, dass die Komödie “Aushilfsgangster” von Universal Pictures das ihr angedichtete Prädikat Blockbuster nicht mal ansatzweise verdient, doch dass der Streifen bei mir letztendlich einen so unterirdischen Eindruck hinterlassen würde, hätte selbst ich als ausgewiesener Eddie-Murphy-Antifan in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet. Das Schlimme: Selbst mein persönlicher Godfather of Comedy Ben Stiller konnt’s nicht mehr retten, und das soll schon was heißen! – Es folgt meine Filmkritik zu “Aushilfsgangster”…

Aushilfsgangster
(Tower Heist)
mit Ben Stiller, Eddie Murphy, Tea Leonie, Alan Alda
Komödie, USA, 2011
Universal Pictures

Trailer

Inhalt
“Ein paar ganz normale Typen auf einen verwegenen Einbruchscoup: Sie arbeiten in einem exklusiven Wolkenkratzer in New York und nachdem ein übler Wall-Street-Schwindler seine Milliardenverluste unter anderem mit ihren Pensionsfonds gemacht hat, entschließen sie sich zum Gegenschlag. Um doch noch irgendwie an ihre Rente zu kommen, wollen sie den dreisten Anlagebetrüger in seinem exklusiven Wolkenkratzer-Penthouse stellen.” - Quelle

Kritik
Es gibt ja so Filme, bei denen man sich im Anschluss an die Vorstellung, wenn die Lichter im Kinosaal schon längst wieder angegangen sind, ungläubig an den Kopf fasst und sich minutenlang fragt: Warum der ganze Aufwand, wenn man stattdessen auch einfach Gras beim Wachsen, oder alternativ eine Kuh beim Sche**** gemütlichen Grasen auf der Wiese hätte filmen können? – In exakt diese Kerbe schlägt Universal Pictures starbesetzte Komödie “Aushilfsgangster” (“Tower Heist”) mit Ben Stiller und Eddie Murphy.

Dabei kann die Produktion mit so ziemlich allem aufwarten, was richtig gutes Popkornkino ausmacht: Als da wäre ein – zumindest auf dem Papier – grundsolider, um nicht zu sagen richtig guter Cast, der solch illustre Namen featured wie Ben Stiller (“Meine Frau, unsere Kinder und ich”, “Tropic Thunder”, “Starsky & Hutch”, “Zoolander”), Eddie Murphy (“Mensch, Dave!”, “Norbit”, “Dr. Doolittle”, “Der Kindergarten Daddy”), Tea Leonie (“The Smell of Success”, “Dick und Jane”) und Alan Alda (“Aviator”, “M*A*S*H”), eine – zumindest auf dem Papier - Spannung verheißende Storyline mit ordentlich Gag-Potenzial an nahezu allen Ecken und Enden, sowie mit Brett Ratner einen – ja, richtig: zumindest auf dem Papier - fähigen, Genre-erprobten Regisseur, der es versteht, aus den ihm gegebenen Mitteln ein homogenes Ganzes zu formen, – doch Pustekuchen!

Wenn ich mir eine Komödie ansehe, in deren Cast Namen wie Ben Stiller (Comedian) und Eddie Murphy (ebenfalls so etwas wie ein Comedian) vorkommen, will ich mich spätestens nach 10 Minuten vor lauter Lachen nicht mehr im Sitz halten können, ich will Tränen lachen und mich wegbrüllen! Doch nicht so bei “Aushilfsgangster”: Der Streifen ist so dermaßen humorlos und langweilig, dass ich nach der ersten halben Stunde ernsthaft noch einmal ins Kino-Programmheft schauen musste, um nachzuschauen, ob die vorgenommene Deklarierung als Komödie wirklich ernstgemeint ist. Außerdem hat mich brennend interessiert, was zum Teufel Ben Stiller da macht, schließlich mag ich auf seinen Humor und habe so ziemlich alle Filme, in denen er zu sehen ist (“Nachts im Museum” mal außen vor gelassen), eigentlich immer als handwerklich gut gemachte Comedy in Erinnerung. Doch etwas so langatmiges, dröges und unwitziges wie Brett Ratners “Aushilfsgangster” habe ich schon lange nicht mehr vorgesetzt bekommen: Kein einziger der eh schon grandios gut versteckten Gags hat gezündet, nicht ein einziger! Ben Stiller wirkt in seiner Rolle des Hotelmanagers auf Abwegen schlicht deplatziert, um nicht zu sagen fehlbesetzt; die klischeebehaftete, in meinen Augen (mit Ausnahme von Stiller) recht unsympathische Darstellerriege agiert durch die Bank lustlos – insbesondere Murphy ist deutlich anzumerken, dass seine besten Tage bereits ein Weilchen hinter ihm liegen -, dreht den ihm vorgegebenen Stoff lediglich runter, ohne mit wenigstens einem Fünkchen Elan bei der Sache zu sein. Überhaupt macht die gesamte Produktion stellenweise den zweifelhaften Eindruck, lediglich eine gigantische, vom Kinogänger subventionierte Geldbeschaffungsmaßnahme für ein paar alternde Stars zu sein, die auf dem Bankkonto derzeit, wie hier und da zu hören ist, etwas klammer zu sein scheinen.

Wer denkt, an diesem negativen Eindruck würde sich im weiteren Verlauf, allerspätestens aber dann etwas ändern, wenn das eigentliche Hauptargument, der im englischen Filmtitel groß angekündigte “Tower Heist”, ins Spiel kommt, hat grundlegend falsch gedacht: Raubzug samt Showdown sind ebenfalls an Langatmigkeit, offensichtlichem Mangel an Witzen und anhaltender Ideenlosigkeit nicht zu toppen. Hat man als geneigter Cineast alles irgendwie schon einmal gesehen – oft sogar bedeutend besser inszeniert, wobei letzteres nicht sonderlich schwer hinzubekommen ist. Kurz vor Schluss wurde zwar auf Biegen und Brechen versucht, das weggedöste Kinopublikum mittels eines (vorhersehbaren) Storytwists und einem Quentchen Dramatik aus ihren süßen Träumen zu reißen, doch auch mit dieser beinahe schon verzweifelten und ein wenig aufgesetzt wirkenden Wendung konnte Universals öden Möchtegern-Gangstern nicht mehr geholfen werden, – im Gegenteil: der billige Gesamteindruck hat sich nur noch weiter gefestigt!

Wer diese Filmkritik nun als zu einseitig empfindet, sprich: wem die positiven Aspekte zu kurz kamen, dem sei an dieser Stelle gesagt: So leid es mir tut, ich kann “Aushilfsgangster” nichts, aber auch absolut gar nichts positives zugute halten. Es gibt bedauerlicherweise schlicht und ergreifend nichts, was dieses Trauerspiel auf Zelluloid in irgendeiner Weise aufgewertet hätte. Traurig, aber wahr!

Zusammenfassend kann man sagen, dass Universal Pictures’ “Aushilfsgangster” eine Menge verspricht, aber letzten Endes nur sehr wenig hält. Hier wurde von Regisseur Brett Ratner und seinem Cast so dermaßen viel Potenzial verschenkt, dass es schon nicht mehr feierlich ist! Schade, denn thematisch ähnlich gelagerte Streifen wie “Ocean’s Eleven” oder auch der überragende “The Italian Job” haben vorgemacht, dass sich ein Beutezug im großen Stil und das Genre Comedy keineswegs ausschließen und sehr wohl blendend miteinander harmonieren können!

Fazit
Brett Ratners “Aushilfsgangster” ist ein Film zum vergessen. Selbst echte Hardcore-Fans von Ben Stiller und Eddie Murphy (gibt es die noch?) sollten einen weiten Bogen um dieses unfassbar schlechte Machwerk hart an der Grenze zum Unterirdischen machen! – Einfach nur grottig!

Wertung

@InaiMathi

28, Realist & Teilzeit-Nerd mit kreativer Ader und literweise Herzblut. Fan des 1. FC Köln, Mercedes-Benz-Enthusiast, proud Part der PlayStation-Nation und Let's Player. Liebhaber von Tabasco, Currywurst & dem Verlagshaus Klett-Cotta. Mehr »

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